Tipps gegen Kaminbrand

Kaminbrand ((Schornsteinbrand, Rußbrand)): Das sollten Sie beachten

Während rechtliche Bestimmungen rund um die Installation eines Kamins, wie die Notwendigkeit einer Funkenschutzplatte oder auch Kaminbodenplatte aus Glas oder aus anderen feuerfesten Materialien, den hauseigenen Kamin oder Kaminofen immer sicherer machen, müssen Feuerwehren immer noch regelmäßig wegen den heimischen Feuerstellen ausrücken. Nämlich wegen Kaminbrand.

Kaminbrand – auch Schornsteinbrand oder Rußbrand genannt – löst, nicht ohne Grund, Furcht bei Kamin- und Ofenbesitzern aus. Wie entsteht ein Kaminbrand? Wie kann man Kaminbrand vermeiden? Wie Schornsteinbrand erkennen? Und wie löschen? – Das sind die Fragen, die sich Kaminbesitzer stellen. Da wir von Glasplatte24 das Thema Sicherheit sehr ernst nehmen (so sind zum Beispiel alle unsere Glasprodukte aus Einscheibensicherheitsglas, ESG-Glas, gefertigt), wollen wir Ihnen in unserem Ratgeber die Antworten auf Ihre Fragen zum Thema Kaminbrand geben.

Was ist Kaminbrand und welche Gefahr besteht?

Ein Kaminbrand ist, wie es der Name passend beschreibt, der Brand des Kamins durch Entzündung des dort durch unvollständige Verbrennung abgelagerten Rußes. Dieser abgelagerte Ruß – nichts anderes als unverbrannter Kohlenwasserstoff – kann bei der Verbrennung von festen Brennstoffen in Form von Hartruß, Glanzruß oder Schmierruß und bei der Verbrennung von flüssigen Brennstoffen als Flockenruß auftreten. All diese Ruß-Arten haben gemeinsam, dass sie mehr brennbare Stoffe beinhalten als herkömmlicher Ruß und dadurch besonders gefährlich sind.

Die Gefahr besteht bei einem Kaminbrand vor allem in den sehr hohen Temperaturen des Brandes. Durch die starke Wärmeentwicklung und durch Funkenflug können sich sogenannte Sekundärbrände entfachen, vor allem auf dem Dachstuhl. Außerdem kann durch die Quelleigenschaft des Rußes der Kamin verstopfen, wodurch die giftigen Gase und Dämpfe durch den Kaminofen in den Wohnraum austreten können.

Wie entsteht ein Schornsteinbrand? Brandursachen

Schornsteinbrand entsteht in zwei Schritten: zuerst lagert sich der brennbare Ruß im Kamin durch unvollständige Verbrennung ab, dann entzünden sich die Ablagerungen.

Unvollständige Verbrennung von Brennstoffen wird durch das unsachgemäße Verheizen der Brennstoffe bedingt, so durch das Verbrennen von

  • feuchten Brennstoffen,
  • ungeeigneten Brennstoffen (Müll etc.),
  • Brennstoffen bei unzureichender Sauerstoffzufuhr.

Rußablagerungen werden auch durch bauliche Mängel, wie ein zu kleiner oder zu großer Schornsteinquerschnitt, begünstigt: Abgase können ausgebremst werden (zu kleiner Querschnitt) oder zu schnell abkühlen (zu großer Querschnitt) und sich dadurch eher ablagern.

Ausgelöst wird der Brand durch Flammen, Glut oder Hitze, die in die Ofenrohre oder den Schornstein hineingetragen werden. Dies kann geschehen durch

  • falsche Brennstoffe oder falsche Brennstoffgrößen

Beispielsweise Brenngut, das extreme Hitze produziert, oder langflammiges Brennmaterial (z.B. Nadelholz), bei dem Funken oder Flammen in den Schornstein getragen werden können

  • starken Schornsteinzug

Ein erhöhter Schornsteinzug kann Glut anzieht und in den Schornstein tragen. Stürmisches Wetter kann die Zuggeschwindigkeit im Kamin erhöhen.

Vorsichtsmaßnahmen: Kaminbrand vorbeugen

Einen Kaminbrand vermeiden bedeutet, alle Kaminbrand-Ursachen zu verhindern. Beachten Sie dafür folgende Maßnahmen:

  • Einholen von Beratung vor dem Kauf eines Kamins

Lassen Sie sich vor und bei der Anschaffung eines Ofens professionell durch den Schornsteinfeger und einen qualifizierten Handwerksbetrieb beraten und den Kamin auf bauliche Mängel prüfen.

  • Benutzung von ordnungsgemäßem Brennmaterial

Verbrennen Sie keinen Müll oder lackiertes/behandeltes Holz und benutzen Sie den Brennstoff, für den Ihr Kamin oder Kaminofen zugelassen ist. Das Brennholz muss immer genug trocken sein.

  • Sicherstellen von ausreichender Sauerstoffzufuhr
  • Durchführen von regelmäßiger Wartung und Einhalten der Kehrpflicht

Regelmäßiges Kamin reinigen, Ruß entfernen und Ofenrohr reinigen durch Sie und den Kaminkehrer beugt gefährlichen Rußablagerungen vor.

  • Entfernen von Glanzruß

Ist der brennbare Ruß erst einmal da, lässt er sich nicht so leicht entfernen. Nur durch da Ausfräsen oder das Ausbrennen des Kamins kann er beseitigt werden. Das Kamin-Ausbrennen sollte niemals durch den Hausbesitzer durchgeführt werden, sondern immer durch den Schornsteinfeger oder die Feuerwehr.

Kaminbrand erkennen

Wenn es doch einmal zu einem Schornsteinbrand kommt, erkennen Sie den Rußbrand an folgenden Zeichen:

  • starker Funkenflug und starke Rauchentwicklung
  • Flammenaustritt aus dem Schornstein
  • hohe Temperaturen an den Schornsteinwänden

Jedoch ist nicht immer ein Flammenaustritt aus dem Schornstein vorhanden und auch die Wärmeentwicklung an den Wänden setzt je nach Dicke des Gemäuers verzögert ein.

Kaminbrand! Was tun? – Schornsteinbrand löschen

Bei einem Schornsteinbrand können die brennbaren Ruße mit Temperaturen bis 1500 Grad abbrennen. Deshalb darf nie vom Kaminbesitzer selbst der Versuch unternommen werden, den Brand zu löschen. Durch die extreme Hitze würde das Wasser verdampfen, wobei es zum Bruch oder sogar zur Sprengung des Schornsteins kommen kann. Folgende Schritte sollten Sie bei einem Kaminbrand befolgen:

  1. Bewahren Sie Ruhe
  2. Alarmieren Sie die Feuerwehr
  3. Schließen Sie Fenster und Dachluken, damit keine Funken eindringen können
  4. Rücken Sie Möbel und brennbare Gegenstände von den heißen Kaminwänden weg
  5. Verlassen Sie das Gebäude

Die Feuerwehr und der hinzugezogene Kaminkehrer werden wahrscheinlich den Kamin kontrolliert ausbrennen lassen und Sekundärbrände verhindern. Nachdem der Kamin ausgebrannt ist, muss noch einige Stunden beobachtet werden, ob durch die nachwirkende Hitze neue Brände entstehen.