​​​​​​​Steckbrief Glas

Alles rund um Glas-Eigenschaften, Glasherstellung und Geschichte des Glases

Glas ist heute allgegenwärtig. Es ist ein unverzichtbarer Werkstoff, der aufgrund seiner nützlichen Eigenschaften in vielen Bereichen Anwendung findet und auch als reines Gestaltungselement durch seine zeitlose Eleganz zunehmend zum Einsatz kommt. Denn Glas ist...

  • ... ein natürliches Produkt
  • ... wandlungsfähig
  • ... vielseitig einsetzbar
  • ... zu 100 Prozent wiederverwertbar
  • ... formstabil und trotzdem formbar
  • ... temperaturbeständig
  • ... langlebig

Auch wir von Glasplatte24 schätzen aufgrund dieser Eigenschaften Glas als Werkstoff sehr und bieten deshalb ausschließlich Produkte aus Glas, nämlich aus sicheren Einscheibensicherheitsglas, ESG-Glas, an. Auch in unserem Sortiment zeigt sich die Vielgestaltigkeit des Werkstoffes: Funkenschutzplatte aus Glas, Glastür, Duschtüren aus Glas: und TV Glasaufsatz sind unterschiedliche Glasprodukte und decken doch nur wenige Facetten der Glasproduktion ab.

Natürlich wollen wir umfassend über unsere Leidenschaft informieren. Deshalb wollen wir mit diesen Ratgeber einen Steckbrief über Glas leisten. Erfahren Sie alles über Glas – von der Glasherstellung über die Geschichte des Glases.

Glas Definition – was ist Glas?

Glas wird als amorpher Feststoff – also als Stoff mit unregelmäßiger Struktur – verstanden. Glas wird durch das Schmelzen von Rohstoffen erzeugt, ist also in der Herstellung alles andere als fest. Glas bezeichnet demnach auch einen Zustand. Der Glaszustand ist der Zustand einer gefrorenen Flüssigkeit, die ohne zu kristallisieren erstarrt ist. Dies gelingt, wenn die Flüssigkeit so schnell abkühlt, dass sie nicht kristallisieren kann. Je nach chemischer Zusammensetzung und Produktionsmethode ergibt sich eine spezielle Glasart. Kalknatronsilikatglas, Bleiglas und Borosilicatglas sind die häufigsten Glasarten.

Glas-Bestandteile: Aus was besteht Glas?

Natürlich stellt sich die Frage: Woraus besteht Glas eigentlich? Aus welchen Rohstoffen wird Glas gewonnen?

Glas ist ein Naturprodukt, nämlich ein Produkt aus Kalk, Sand und Soda. Die Rohstoffe bilden zusammen mit anderen Naturalien das Glasgemenge. Bei hoher Wärmeeinwirkung verbinden sich die Rohstoffe miteinander und das Gemenge nimmt einen flüssigen Zustand an. Welche anderen Rohstoffe dem Grundrezept noch beigefügt werden, entscheidet sich je nach der zu produzierenden Glasart. Bei Kalknatrongläsern, aus welchen beispielsweise Flachglas für unser Einscheibensicherheitsglas gefertigt wird, dienen Dolomit, Feldspat und Pottasche als zusätzliche Rohstoffe. Da Glas zu 100 Prozent stofflich widerverwertbar ist, zählen auch Altglasscherben zu den Bestandteilen des Glasgemenges. Aus alt wird neu!

Glasherstellung - Wie wird Glas hergestellt?

Bevor das neue Glas uns beispielsweise als Flachglas für die ESG-Glas-Herstellung (wie Einscheibensicherheitsglas hergestellt wird, erfahren Sie in unserem Ratgeber Was ist ESG-Glas) dienen kann, muss es einige Schritte in der Glasherstellung unterlaufen:

  1. Gemengezubereitung
    Zuerst wird das Gemenge aus den Rohstoffen zubereitet.
     
  2. Aufschmelzen des Gemenges

Anschließend wird das Gemenge im Glasschmelzofen bei über 1200 Grad aufgeschmolzen. Die Rohstoffe verbinden sich und das Gemenge nimmt seinen flüssigen Zustand ein.

  1. Läuterung

Während der Läuterung wird das Gemenge mit Temperaturen zwischen 1.400 und 1.600 Grad weiter erhitzt, damit sich die im Glas enthaltenen Gase freisetzen. Läutermittel beschleunigen diesen Vorgang.

  1. Formgebung

In der Formgebung kühlt das Glas auf die benötigte Formgebungstemperatur ab und wird je nach Glasart in der speziellen Formgebungsmaschine bearbeitet. Bei der Flachglasproduktion kommt bei diesem Schritt beispielsweise das Floatverfahren zum Einsatz, bei dem die Glasschmelze ein flüssiges Zinnbad durchläuft und eventuell noch im Walz- und Ziehverfahren speziell verarbeitet wird.

  1. Abkühlung

Anschließend muss das Glas abkühlen, was je nach Eigenschaften unterschiedlich lange, von 30 Minuten bis zu einem Jahr, dauern kann.

  1. Qualitätskontrolle

Natürlich darf die Qualitätskontrolle nicht fehlen. Fehlerhafte Gläser werden aussortiert und wieder eingeschmolzen.

  1. Veredelung

In der Veredelung wird das Glas bearbeitet, zum Beispiel bedruckt, mattiert oder etikettiert. Flachglas wird in diesem Schritt z.B. zu Spiegelglas verarbeitet.

Seit wann gibt es Glas? Geschichte des Glases:

Glas ist der älteste Werkstoff und kann auf eine ca. 9000-jährige Geschichte zurückblicken. Eine Antwort auf die Frage „Wann wurde Glas erfunden?“ gibt es nicht, denn Glas ist ein Naturprodukt, dass zum Beispiel bei einem Vulkanausbruch selbstständig entstehen kann. Schon in der Steinzeit, ca. 7000 v. Chr., kannte man das natürlich entstandene Glas, den sogenannten Obsidian, und benutzte ihn für viele Werkzeuge.

Das Glashandwerk hatte seine Geburtsstätte im Vorderen Orient. Erste Glasfunde zeigten, dass Glas zuerst zur Schmuckproduktion verwendet wurde. Erst 1500 v. Chr. wurde Hohlglas hergestellt, indem man das Glasgefäß um einen festen Sandkern oder porösen Keramikkern modellierte. So konnten kleine Gefäße hergestellt werden. Eine Revolution im Glashandwerk löste die Glasmacherpfeife aus, die die Fertigung größerer Behälter wie Karaffen und Trinkgläser ermöglichte.

In der Antike beherrschten vor allem die Römer die Glasmacherkunst und erweiterten sie mit technischen Neuerungen. Somit stieg die Glasproduktion und Glas wurde auch für weite Kreise erschwinglich.

Glasherstellung Mittelalter

Im Mittelalter wurde vor allem venezianisches Glas bekannt. Errungenschaften der venezianischen Glasmacher sind die Glasentfärbung mit Manganoxid und die Herstellung von Milchglas. Somit wurde Venedig zur Hochburg der Glasmacherkunst und erlebte den Höhepunkt des venezianischen Handwerks im 15. bis 17. Jahrhundert. Vor allem die Glasperlen aus Venedig erreichten weltweite Bekanntheit.

Obwohl das Fensterglas schon früh bekannt war, zum Beispiel in Pompeji, verbreitete es sich im 12. Jahrhundert durch die Fertigung per sogenannten Mondglasverfahren, bei dem flache Glasscheiben per Rotation aus Glaskugeln gewonnen werden. Das 1688 in Saint Gobain entwickelte Walzglasverfahren ermöglichte größere Scheiben mit gleichmäßiger Dicke.  

Schließlich lief Barockes Schnittglas aus Deutschland, Glas mit eingeschnittenen Bildszenen, dem venezianischen Glashandwerk den Rang ab. Auch andere Stilrichtungen wie der Biedermeier und der Jugendstil schlugen sich in der Glaskunst nieder. Mit der Industrialisierung kam es schließlich zur Technisierung des Glashandwerks und zu vielen Entwicklungen und Patenten, die die Glasherstellung sprunghaft ansteigen ließen und zur heutigen Alltäglichkeit von Glas beitrugen.

Photo: unsplash / Sidney Perry